| Die Frau im
Bett am Fenster wartete. Für den Vormittag hatten die Ärzte noch eine Untersuchung eingeplant. Jetzt war es fast Mittag. Viel Zeit.
"Da geht einem so viel im Kopf herum. Eigentlich hat es ja
keinen Sinn.
Man muss abwarten. Es kann ja auch ganz anders sein."
Der Frau im Bett am Fenster war der Glaube nicht fremd: "Mein Glaube
hat mir oft geholfen. Ich habe meinen Kindern immer gesagt: Ihr
braucht etwas, an dem ihr euch festhalten könnt.
Aber jetzt..."
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Man hat nicht immer die richtige Antwort parat - und was ist da auch
"richtig". Ich war nicht der Arzt, ich kannte die Diagnose
nicht - und
dann wäre der Arzt vielleicht lieber kein Arzt
gewesen.
Konnte ein "Kopf hoch!" helfen - oder ein "Man muss nicht immer
nur das Schlechte denken!"? "Jetzt ist das alles sehr
unsicher...",
begann ich. "Ja", unterbrach sie mich. "Ich weiß gar nicht
mehr, ob
das alles wirklich stimmt!"
Nein, habe ich gedacht, nein, manchmal weiß man das nicht,
niemand, auch er nicht. Am Ende, erzählen sie, hat
sogar er geklagt:
"Hast du mich verlassen?"
Superstar vom letzten Event, locker drauf und in guter Stimmung?
Vielleicht war er das manchmal: Jesus - echt ein toller Typ!
Aber
dann auch wieder Ärger, Zweifel. Er hat das Leben
erfahren, sagen
sie.
Mit den Höhen und den Tiefen. Daran erinnern sie mit
ihrem
Text, jeden Sonntag: "geboren" - wie wir, "gelitten" - damals
zur Zeit
von Pontius Pilatus, so und anders "hinabgestiegen in das
Reich
des Todes", Elend, Not ... und Zweifel - das ganze Leben erfahren.
Ja, auch der!" sagte sie. Und es klang als meinte sie: "Der kennt sich
wohl damit aus."
Ihr Pastor Thomas Hirschberg
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